Internationales Roaming

1. Prinzip: Telekombetreiber rechnen im Ausland keine Zusatzkosten an

Dank internationalem Roaming können, wenn Sie im Ausland verreist sind, Mobilfunkdienste über ein Netz des besuchten Landes benutzt werden. Dabei handelt es sich um Anrufe und SMS von Ihrem Handy oder Smartphone aus, und um Internet auf Ihrem Mobilfunkgerät, Ihrem Smartphone oder Ihrem Tablet.

Telekombetreiber dürfen also im Prinzip zusätzlich zu den Inlandspreisen keine Roamingzuschläge mehr anrechnen.

Dies bedeutet, dass, wenn Sie sich in einem Land der Europäischen Union oder in einem Land, das mit der Europäischen Union ein Abkommen geschlossen hat (Norwegen, Island und Liechtenstein), befinden und dort einen Mobilfunkdienst benutzen, der Inlandspreis gelten wird. 

Achtung, der Inlandpreis gilt nicht in Ländern, die sich auf europäischem Territorium befinden, aber nicht Teil der Europäischen Union sind, wie der Schweiz, dem Vatikan oder Monaco.

Für Sie als Kunde eines belgischen Betreibers gilt der Inlandspreis, wenn Sie sich in einem Land der Europäischen Union oder in einem Land, das mit der Europäischen Union ein Abkommen geschlossen hat (Norwegen, Island, Liechtenstein), befinden und:

  • Sie eine belgische Rufnummer ins Fest- bzw. Mobilnetz anrufen (oder eine SMS oder MMS in dieses Fest- bzw. Mobilnetz senden);
  • Sie eine Festnetz- oder Mobilnummer im Land, wo Sie sich befinden, anrufen (oder eine SMS oder MMS in dieses Fest- bzw. Mobilnetz senden);
  • Sie eine Festnetz- oder Mobilnummer eines anderen Landes der Europäischen Union oder eines Landes, das mit der Europäischen Union ein Abkommen geschlossen hat (Norwegen, Island, Liechtenstein) anrufen (oder eine SMS oder MMS in dieses Fest- bzw. Mobilnetz senden);
  • Sie einen Anruf oder eine SMS auf Ihrem Handy, Smartphone oder Tablet empfangen;
  • Sie mit Ihrem Smartphone oder Ihrem Tablet surfen.


Die genaue Liste der Länder, wo für die Roamingdienste der Inlandspreis gilt, findet sich auf der folgenden Adresse:  https://www.bipt.be/de/verbraucher/faq/148-in-welchen-landern-gilt-die-europaische-roaming-verordnung

2. Ausnahmen vom Prinzip

Es gibt 3 Ausnahmen vom Prinzip, dass Telekombetreiber zusätzlich zu den Inlandspreisen keine Roamingzuschläge mehr anrechnen dürfen.

Eine erste Ausnahme gilt, wenn ein Betreiber feststellt, dass ein Kunde die Roamingdienste missbraucht (einige Betreiber verweisen darauf unter dem Nenner „angemessene Nutzung“).In dem Fall dürfen Betreiber einen (begrenzten) Zuschlag anrechnen. Ein Beispiel von Missbrauch wäre eine Anwesenheit im Ausland mit einer Nutzung von Mobilfunk-Roamingdiensten, die eine nationale Anwesenheit und eine nationale Nutzung, über einen Zeitraum von 4 Monaten beobachtet, übersteigt. .  Betreiber, die dafür optieren, ein solches System anzuwenden, dürfen nur Aufschläge (auf den Inlandspreis) erheben, welche die folgenden Beträge (inkl. MwSt.) nicht übersteigen:

Sie rufen selbst mit Ihrem Handy an höchstens 3,8 Eurocent pro Anrufminute zusätzlich zum Inlandspreis
Sie empfangen einen Anruf auf Ihrem Mobilfunkgerät   höchstens 0,94 Eurocent für einen Anruf innerhalb der EU
Sie schicken eine SMS höchstens 1,2 Eurocent pro SMS zusätzlich zum Inlandspreis
Sie empfangen eine SMS Kein Zuschlag möglich
Sie surfen im Internet höchstens 0,54 Eurocent pro Megabyte Daten zusätzlich zum Inlandspreis
 

Eine zweite Ausnahme gilt nur für Datennutzung (einige Betreiber verweisen darauf unter dem Nenner „angemessene Nutzung“): Betreiber, die es wünschen, dürfen einen Aufschlag auf eine Mindestdatenmenge anrechnen, die zum Inlandspreis angeboten werden muss. Der Höchstbetrag dieses Aufschlags darf 2019 nicht mehr als € 5,4/GB oder € 0,0054/MB (inkl. MwSt.) sein.Die Mindestdatenmenge, die ein Betreiber zum Inlandspreis anbieten muss, wird anhand einer komplexen Formel berechnet. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Betreiber.

Die Anwendung der zwei genannten Ausnahmen ist nicht verpflichtet, was bedeutet, dass nicht alle Betreiber sie anwenden. Meistens wenden Betreiber diese Ausnahmen nur für bestimmte Tarifpläne und nicht für die sämtlichen Tarifpläne an.

Eine dritte Ausnahme besteht darin, dass Ihr Betreiber eine Abweichung bekommen hat, wodurch er immer zusätzliche Roamingkosten anrechnen darf. In einem solchem Fall wird der Betreiber Sie vorher von den zutreffenden Bedingungen und Tarifen benachrichtigen. Der einzige Betreiber in Belgien, der zurzeit eine solche Abweichung bekommen hat, ist VOO Mobile.

3. Information von Ihrem Betreiber, wenn Sie die Grenze überqueren

Wenn Sie einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder ein Land, das mit der Europäischen Union ein Abkommen geschlossen hat (Norwegen, Island und Liechtenstein), einreisen, hat Ihr Betreiber Ihnen per SMS (oder E-Mail oder Pop-up) ein bestimmte Information mitzuteilen, z.B. die Tatsache, dass er eine Regelung angemessener Verwendung anwendet, und was die Bedingungen davon sind.  Die Bedingungen hinsichtlich der Anwendung einer etwaigen Regelung angemessener Nutzung, müssen auch in den allgemeinen Bedingungen Ihres Vertrags erwähnt sein.

4. Zusammengefasst: Der Inlandspreis für internationales Roaming gilt nur:

  • In den Ländern der Europäischen Union (nicht in der Schweiz, zum Beispiel);
  • In den Ländern, die mit der Europäischen Union ein Abkommen geschlossen haben: Norwegen, Island und Liechtenstein;
  • Wenn Sie sich außerhalb von Belgien befinden (wenn Sie eine Rufnummer im Ausland anrufen, während Sie selbst in Belgien sind, werden Sie einen internationalen Tarif zahlen, der oft höher als der Inlandspreis ist);
  • Wenn Sie ein Mobilfunkgerät (kein Festnetztelefon oder Festnetz-Internet im Ausland) mit einer SIM-Karte eines belgischen Betreibers benutzen;  
  • Wenn Sie die Obergrenze der „angemessenen Nutzung“ nicht überschreiten;
  • Wenn Ihr Betreiber keine Abweichung bekommen hat, wodurch er nach wie vor Roamingzuschläge anwenden darf. In diesem Moment ist der einzige Betreiber, der eine solche Abweichung bekommen hat, VOO Mobile.